David Claudio Siber - Summary aus der Akademie-Video-Konferenz vom 30.3.

Zur Person:
David Claudio Siber lebt in Flensburg
Bürgerrechtler * Vater * Ehemann *
Bundesvorstand dieBasis
Studium Kultur- und Politikwissenschaft
Als Kommunalpolitiker bei Bündnis 90/Die Grünen versucht er in Flensburg einen kritischen Blick auf die Regierungspolitik zu richten.
Am 29. August 2020 spricht Siber auf der Querdenker – Demo in Berlin, kritisiert dort grundsätzlich das Verhalten seiner Parteifreunde bezüglich der Pandemiemaßnahmen und der Stigmatisierung bezüglich seiner Person in der Partei.
Das hat zur Folge, dass er die Die Grünen verlässt und sich jetzt in der Partei “Die Basis” engagiert.

“Auf welcher Demo habe ich am 29. August 2020 gesprochen?”
Ich habe auf einer Demo gesprochen, die organisiert wurde von Michael Ballwegs “Querdenken”.
An diesem Tag gab es in Berlin 250 Demoanmeldungen, 150 Demonstrationen fanden statt. Ich war auf einer davon, sehr wichtig. Es gab an diesem Tag problematische Demonstrationen: Eine fand vor der russischen Botschaft statt mit dem Verschwörungsideologen Attila Hildmann, dort gab es auch Gewalt. Das war weit weg von wo ich war.
Dann gab es auch eine Demonstration bzw. zwei in der Bannmeile vor dem Reichstagsgebäude. Dort darf nicht demonstriert werden. Grundsätzlich nicht, außer man hat eine Ausnahmegenehmigung. Eine Ausnahmegenehmigung lag an diesem Tag nicht vor, d. h. die Demonstranten dort, NPD sowie Reichsbürger, hätten weggeräumt werden müssen – und zwar sofort. Wurden sie nicht und das Polizeiaufgebot vor dem Reichstagsgebäude wurde verringert auf drei Polizisten. Dann kam es zu diesen Szenen am Reichstag, wo Menschen die Treppen emporstiegen. Zu diesem Zeitpunkt saß ich übrigens schon seit über anderthalb Stunden im Zug.

Meine Demonstration auf der ich gesprochen habe, war ca. drei Kilometer entfernt von dieser Reichstagsdemo, wo durchaus extrem problematische Menschen standen.
Meine Demo habe ich folgendermaßen wahrgenommen, ich bin das abgewandert vom Brandenburger Tor zum Stern:
Kinder, Jugendliche, Familien, Bollerwagen, Ältere – niemand der gewaltbereit aussah, niemand der problematisch gekleidet war. Zwei Reichsbürgerflaggen hab ich gesehen – Ja! Eine AFD Flagge hab ich auch gesehen – Ja! Aber das Demonstrationsrecht in Deutschland gilt für alle Menschen und wenn ich diese Masse an Demonstrantinnen und Demonstranten vereinheitlichen will, was ich nicht gerne tue, dann würde ich sagen: Hippies und sehr friedlich. Hier wurde meditiert, hier gab es überhaupt nichts, wo man sagen könnte, das wäre in einem Bereich von rechtsradikal oder Nazis.
Zu den harten Zahlen: Der Bundesverfassungsschutz hat festgestellt, dass an diesem Tag 2500 Menschen aus der rechten Szene in Berlin waren. Diese haben sich zum größten Teil auf anderen Demonstrationen aufgehalten. Die Menge der Demonstrantinnen und Demonstranten möchte ich nicht beziffern, darin bin ich nicht gut. Die Schätzungen gehen hier weit auseinander, zwischen 40 000 und einer Million – weiß ich nicht. Es waren unheimlich viele. Es war keine Demo von Rechten. Gar nicht!

Es gibt eine Studie der Universität Basel. Diese Studie hat festgestellt, dass 20% derer, die da demonstrieren, Grüne sind. Das ist auch meine Erfahrung. Im Nachgang zu meiner Demonstration habe ich viele Briefe bekommen – 3000 insgesamt – 800 davon gingen auf grüne Mitglieder zurück, 400 davon grüne Mandatsträger. Diese Menschen waren auch alle auf dieser Demonstration, ansonsten viele Linke, SPD. Menschen, die sensibel dafür sind, wenn der Staat sich ermächtigt. Grundsätzlich gesagt Menschen, die Freiheit im Blick haben.
Das heißt “Nein” – ich war nicht auf einer Demo, wo sich Rechte in irgendeiner gravierenden Anzahl getummelt hätten. Darüber hinaus bemühe ich hier gern ein Zitat vom Berliner Innensenator:
“Wenn ich als Demokrat gefragt bin, dann geh ich auf die Straße um zu demonstrieren – ganz egal, wer sich dort noch drunter mischt.”
Und bei den G20 Protesten sind übrigens regelmäßig auch Rechtsradikale dabei, weil auch die Gefallen daran finden Steine zu schmeißen. Das darf man nicht vergessen. Dennoch ist der Protest gegen die neoliberale Klammer, die die Welt umgreift, legitim.

Realitäts-Check “Die Linke”
Es gibt bei “Die Linke” sehr viel Realitätsbezug:
“Wir wissen heute, dass Letalität, Mortalität von Sars Cov 2 in der langjährigen Größenordnung von Influenza liegen. Eine Überlastung des Gesundheitssystems ist nicht eingetreten. Es wird immer deutlicher, dass die Corona Maßnahmen der Regierung insbesondere die verhängten Lockdowns massive soziale, gesundheitliche, wirtschaftliche und kulturelle Kollateralschäden verursacht haben. Viele Grundrechte waren und sind weiterhin eingeschränkt. Für das Coronamanagement der Bundesregierung gibt es keine wissenschaftliche Evidenz.”
Kommunalpolitiker der Bremer Linke auf Corona Demos.

Diese Menschen jedoch wurden von der ANTIFA und von der Bremer Landespartei verleumdet, stigmatisiert und bis hin zum Parteiaustritt gedrängt, sowie mit Gewaltandrohung und Gewalt gegen Kinder überzogen.
Soviel zur freien Meinungsäußerung, egal in welcher Partei. Kritisiert man heutzutage die Bundesregierung, hat man es sehr schnell zu tun, dass linksextreme Gruppierungen einem Gewalt androhen oder das tatsächlich auch umgesetzt wird. Das trifft auch Menschen in “Die Linke” wieder und deswegen gibt es nicht übermäßig viele Menschen, die sich auch trauen hier Stellung zu beziehen.
Aber es gibt eine Realität, das sehen wir auch heute hier, auch innerhalb “Die Linke”, die auch evidenzbasiert argumentiert.

Welche Corona Maßnahmen hätte ich mir gewünscht?
Wenn wir es mit der größten Krise der Nachkriegszeit und das ist sie jetzt definitiv, zu tun haben, hätte ich mir gewünscht, dass wir die Intelligenz der Menschen in Deutschland zu Rat ziehen und auf breiter Front versuchen unterschiedliche Sichtweisen aus allen Disziplinen hinzu zu ziehen und zwar gleich von Anfang an. Der Blick auf die Corona Krise findet fast ausschließlich aus intensivmedizinischer oder virologischer Sicht statt. Kulturwissenschaftliche, politologische, psychologische Perspektiven etc. finden fast nicht statt. Und diese würden sehr schnell auf die Folgeschäden der Maßnahmen hinweisen können.

Die allerbeste Maßnahme um mit diese Situation umzugehen?
Eine ausgewogene besonnene Krisenkommunikation wäre die beste Maßnahme gewesen. Niemanden ist geholfen, wenn er in Angst und Schrecken versetzt wird. Ein Panikpapier der Regierung vom Anfang letzten Jahres, hat gesagt:
Wir müssen die Menschen in einen Gehorsamszustand bringen indem wir ihnen vor Augen führen, dass hier Menschen qualvoll ersticken werden und Kinder mitunter Schuld sind an dem Tod ihrer Großeltern sind.
Dass kann absolut kein Mittel einer Demokratie sein! Das ist absolut unkritisch und das lehne ich ganz entschieden ab. Das sage ich in aller Deutlichkeit.
Ich hätte sämtliche Maßnahmen auf die Risikogruppen beschränkt. Wir hätten früher, viel früher Alterseinrichtungen, Altersheime, Pflegeeinrichtungen schützen müssen. Dort hätte ein strengeres Testregime mit Nachtestungen und Doppeltestungen erfolgen müssen. Wir hätten sehr schnell das Geld in die Hand nehmen müssen, um das Pflegepersonal dort aufzustocken und zu erweitern, sodass ein Schichtdienst bei anderer Auslastung und geringerer Belegung, teilweise mit einem anderen Verteilungsspiegel, möglich gewesen wäre.
Einige Ansätze von Boris Palmer aus Tübingen: Menschen der Risikogruppe dürfen gratis Taxi fahren statt der öffentlich rechtliche… Menschen aus der Risikogruppe dürfen vormittags eine gewisse Zeit haben an der andere nicht einkaufen, damit sie nicht in überfüllten Läden stehen.

Und die Schulen?
Der sicherste Ort aus virologischer Sicht sind Grundschulen und Gymnasien. Dort ist die Chance sich zu infizieren am allergeringsten. In 7500 Clusterauswertungen mit weit über 3 Millionen Menschen wurden genau 5 Infektionen an Schulen gefunden und da war es unklar hat ein Kind einen Erwachsenen angesteckt oder ein Erwachsener ein Kind.
Das heißt, was uns Karl Lauterbach hier jeden Tag erzählt, dass es unter Jungen um sich greift und dass Schulen ein gefährlicher Ort sind, das stimmt nicht. Das ist wissenschaftlich ganz klar erwiesen, dass das Gegenteil der Fall ist.
Wenn wir diese Krise immer nur mit einem intensivmedizinischen virologischen Blick betrachten, dann haben wir immer Panik und dann ist immer Alarm, da ist immer fünf vor zwölf auf einer Intensivstation. Deswegen werden gern Intensivmediziner ins Fernsehen geladen. Und wir richten den Focus auf Covid 19, obgleich im gleichen Zeitraum ca. 4mal so viele Menschen gestorben sind an anderen Erkrankungen in Deutschland z. B. an den Folgeschäden von Rauchen und an Verkehrsunfällen und dieses und jenes. Wir richten einen Tunnelblick auf eine einzige Sache und vernachlässigen damit ganz viele andere Erkrankungen. Wir werden das sehen bei den Folgeschäden, insbesondere im Bereich von Krebserkrankungen, dass wir uns da sehr, sehr schlimme Todeszahlen einhandeln mit dieser Politik.

ZeroCovid ist blanker Unsinn.
Das bildet die menschliche Lebenswirklichkeit nicht ab und dann müssen wir aufhören zu LEBEN, um das Leben zu schützen. Es gibt keine wissenschaftliche Evidenz für diese Anti-Corona Maßnahmen. Tatsächlich sind wir nicht gut in der Lage, das Virusgeschehen aufzuhalten und zu beeinflussen, wie die Bundesregierung das hier hinstellt.
Die Effekte sind marginal. Als wir in den dritten Lockdown gegangen sind hatten wir einen Wert von 18000 Neuansteckungen am Tag, als wir aus dem dritten Lockdown wieder rausgehen wollten, hatten wir wieder 18000. Das allein schon als kleine Anekdote.
Wir sind als Menschen nicht Herr der Lage von Viren, so funktioniert das leider nicht. Zero, was auch immer, ist zum Scheitern verurteilt. Zero Verkehrstote ist auch zum Scheitern verurteilt. Ich trau’s mich kaum zu sagen: ZeroCovid ist menschenverachtend.

ANTIFA
Und ich muss es leider sagen, die ANTIFA spielt hier leider eine unrühmliche Rolle. Ich bin kein Experte für die ANTIFA, aber ich habe es leider mehrfach erleben müssen, wie die ANTIFA gegen die Mitte der Gesellschaft, gegen ganz normale Bürger in extrem aggressiver Art und Weise vorgeht, mit Gewaltandrohungen, mit Beschimpfungen.
Das spiegelt sich dann auch in einer politischen Debatte wieder, wo fast alle Artikel über Corona Demonstrationen geframt werden im Bereich von Leugner, Lebensgefährder, Rassisten Antisemiten. Dieses Dauerframing hat sich so festgesetzt, dass viele Menschen in der Gesellschaft tatsächlich davon überzeugt sind, dass Menschen, die die Corona Politik kritisieren, gleichzeitig auch in einem antisemitischen Bereich zuhause wären. Was definitiv nicht der Fall ist.

Antisemitismus ist erneut zu einem Kampfbegriff geworden, der politisch benutzt wird, um eine Deutungshoheit auszuüben über andere Menschen, um ihnen die Möglichkeit abzusprechen ihre Meinung oder in meinem Fall Fakten zu äußern.
Und es wird so leichtfertig mit dem Begriff Faschismus, Rassismus und Antisemitismus umgegangen, dass das Tür und Tor öffnet die Begriffe in einer Art und Weise zu entwerten, dass wir den Blick für die Gefährlichkeit dieser Vorgänge tatsächlich verlieren. Denn wenn die ANTIFA bestimmt, wer eigentlich ein Faschist ist, nämlich jeder, der sich nicht zu ihren Werten bekennt, dann ist das eine komplette Entwertung des Begriffs und ich habe regelmäßig so etwas erleben müssen auf Demonstrationen wie z. B. Plakate “Wir werden euch alle zwangsimpfen bis zum Kommunismus”.
Das sind in aller Regel sehr junge Leute, wo ich denke, die haben mit der ursprünglichen ANTIFA nichts zu tun. Das ist eine Verrückung der Realität, die so grotesk ist, dass ich mir wünschen würde, dass “Die Linke” hier etwas klarer Position bezieht und auch diese jungen Menschen der ANTIFA davor schützt, sich ideologisch so zu verrennen.

Siehe auch Sibers Website, wo er umfangreiches wissenschaftliches Quellenmaterial für seine Auffassungen veröffentlicht hat.

https://david-claudio-siber.de/studien/

CORONA ONLINEDEBATTE mit Siber am 30.3. 19.30 - ABSAGE W. Wolf

Absage Winfried Wolf zur Online-Diskussion zu den Corona-Maßnahmen in der Akademie der Weltmarktverlierer Schwäbisch Hall
ACHTUNG!
Online Diskussion mit David Claudio Siber findet jetzt statt am 30. März um 19:30 statt.

Die Akademie der Weltmarktverlierer Schwäbisch Hall lud David Claudio Siber zum Gespräch mit Winfried Wolf via Online-Diskussion ursprünglich zum 26. März 2021 um 19:30 ein.
Leider müssen wir mitteilen, dass Winfried Wolf diese Veranstaltung absagte und zwar mit einer dezidiert politischen Begründung; in der er die Akademie und die Organisatoren denunzierte.

Wir bedauern dies sehr, weil wir mit dem geplanten Gespräch eben genau dieser gesellschaftlichen Spaltung zum Thema Covid Maßnahmen entgegenwirken wollen.
Das ist damit erstmal gescheitert.
Allerdings verschieben wir die Veranstaltung auf Dienstag, den 30. März 2021 um 19:30.
Die Zugangslinks bleiben erhalten, siehe unten.

Dafür werden wir den verbliebenen Gesprächspartner selbst, David Claudio Siber, kritisch auf seine Aussagen abtasten.

Von daher freuen wir uns auf ihre rege Beteiligung bei unserer Veranstaltung –
Die Akademie der Weltmarktverlierer in Schwäbisch Hall.

(Wir veröffentlichen die Stellungnahme von Wilfried Wolf gern und setzen ihm unsere Erklärung mit dem Titel “Ein Geschmack von Inquisition” entgegen. Sie können diese auf unseren digitalen Verbreitungen einsehen und auf der Homepage der Akademie der Weltmarktverlierer)

http://weltmarktverlierer-akademie.de/aktuelles

Zugänge zur Konferenz:
https://app.bbbserver.de/de/join/da323dac-daa3-4326-9a31-974360040e87
oder Telefonnummer wählen: 02195 / 9449 964
PIN auf Anfrage eingeben: 974 027 621

Hallo Rolf,
ich sage die Veranstaltung am kommenden Freitag mit Herrn Siber hiermit ab. Welche Positionen Herr Siber vertritt, war mir klar – und eine direkte Kontroverse kann Sinn machen.
Mir war jedoch nicht klar, dass der Veranstalter selbst sich im Lager der CoronaLeugner befindet oder diesem Lager zumindest nahe steht.
Ich arbeite grundsätzlich nicht mit Gruppen usw. zusammen, die im Corona-LeugnerLager stehen oder diesem zumindest nahe stehen.
Bei der Covid-19-Pandemie geht es allein in Deutschland um Zehntausende (aktuell mehr als 75.000) Menschenleben und dabei in besonderem Maß um das Leben und die Gesundheit von Menschen, die in unserer Gesellschaft unten stehen beziehungsweise die nach unten getreten werden.
Umgekehrt ist es für jede Humanistin und jeden Humanisten – von Menschen, die sich als links bezeichnen ganz zu schweigen: diese sollten alle sich dem Humanismus verpflichtet fühlen – eine allererste Pflicht, sich für den Erhalt des Lebens und der Gesundheit dieser real oder potentiell Betroffenen einzusetzen. Wer dies nicht tut, wie alle Kapitalvertreter vom Schlag Elon Musk oder Michael Hüther
(BDI-IW), wie Gauland-AfD, wie alle Nazis, wie Lindner-Kubicki-Liberale oder wie krude Verschwörungsanhänger vom Typ Ballweg, der stellt Profit vor Leben oder er verfolgt das darwinistische Prinzip, wonach die Starken überleben und die Schwachen halt verrecken mögen. In der Regel trifft beides zu. Die Tatsache, dass dieses Spektrum nach weit rechts offen ist, dass bei den Ballweg-Querdenker-Demos Nazis Ordner stellen, dass sich z.B. an der Kassel-Demo am letzten Wochenende
auch Holocaust-Leugner beteiligten, spricht Bände.
Nochmals: Streitgespräch ja – aber null Toleranz gegenüber Gruppen oder Initiativen, die in diesem Corona-Leugner-Lager stehen. Diese werden durch diese Art behauptete Streitkultur -und damit durch eine Teilnahme von mir an einer solchen Debatte – nur noch gefördert.
Es tut mir leid, dass ich diese Hintergründe nicht ausreichend schnell erkannte und mich von der an sich sympathischen Bezeichnung “Akademie der Weltmarktverlierer” täuschen ließ (wobei es da wohl einen Etikettenschwindel zu geben scheint). Und dass mich erst Freundinnen und Freunde in Schwäbisch Hall auf diese Umstände und Hintergründe verwiesen mussten.
Wir planen anstelle meiner damit abesagten Teilnahme an der Veranstaltung am kommenden Freitag ein Webinar zu dem Thema Covid-19. “Wir” heißt: Leute in Schwäbisch Hall mit einer klaren humanistischen Haltung in Sachen Corona zusammen mit mir.
Ich bitte jetzt um das Folgende: – meine Absage an den GLEICHEN Personenkreis, den Du für die Veranstaltung angeschriebenhast, mit der Begründung wie anbei rundzumailen. Anderenfalls werde ich selbst mich an die entsprechende regionale Öffentlichkeit wenden. Grüße Winfried Wolf

Ein Geschmack von Inquisition – eine Entgegnung
Entgegnung auf Winfried Wolfs Absage zur Onlinediskussion am 26. März 2021
Hallo Winfried Wolf,
so ist unser Versuch Brücken zu schlagen, ins Gespräch zu kommen gescheitert.
Wir bedauern das sehr. In deiner Absage stellst du uns, Rolf Läpple und indirekt wohl auch den Gründer der Akademie, Hans Gräf, in das Lager der Coronaleugner. Das hat schon was streng Verleumderisches…

Ob wir das sind oder nicht, können wir letztlich nicht beurteilen, weil das davon
abhängt, welche Brille man aufsetzt.
Wir überlassen dieses Urteil gern den LeserInnen dieser Zeilen.
Faul wie wir sind, sollen jetzt andere für unsere Haltung sprechen: “Corona ist eine schwere Krankheit, sie ist hochgefährlich für Menschen je
älter sie sind und für kranke Menschen.
Sie ist mindergefährlich für die allergrößte Zahl der Menschen, die jung sind –
je jünger desto weniger gefährlich und die gesund sind.
Die Frage, die sich nun einfach stellt:
Ist es verhältnismäßig, wenn die Gesamtbevölkerung in ihrem Leben in einer
Art und Weise eingeschränkt wird, dass Kinder mittlerweile in hohen Zahlen
psychotische und physische Störungen aufweisen, weil sie nicht ihre
Wohnungen verlassen dürfen.
Ist es in Ordnung, dass die Wirtschaft in einer Art und Weise runter gefahren
wird, dass Hunderttausende nicht mehr wissen wovon sie in drei Monaten ihre
Miete bezahlen sollen, dass unglaublich viele kleine Geschäfte zumachen
müssen und so weiter und so fort.
Hätte man nicht, das ist meine Frage, die mir noch niemand beantwortet hat,
von Anfang an sagen müssen:
Die Gruppen, die alten Menschen, die kranken Menschen, die müssen wir
beschützen. Und zwar nicht so wie es geschehen ist – sie in Altenheimen
wegsperren – sondern so, dass wir wirklich dafür sorgen, dass alle, die sie
besuchen dürfen, sie nicht anstecken können. Dass diese Menschen und das
hat es zuhauf gegeben, nicht buchstäblich an Einsamkeit sterben.
Das ist mein Votum!”
13. März 2021 Franziska Augstein in SWR1 – LEUTE
(Und unseres auch. Was die inhumanistischen Folgen der Lockdowns für die armen Länder in Südostasien und Afrika bedeuten, kann jemand wie du sich leicht selbst erschließen.)
“Also ich finde es wichtig, auch wenn man eine andere Einschätzung vielleicht
zu diesem oder jenem Punkt bei der Coronapandemie, bei der Einschätzung
der Gefährlichkeit oder bei der Einschätzung dieser oder jener Maßnahmen hat, dass man sich wirklich die Mühe macht, hier in den Diskurs zu gehen. Das
vermisse ich so ein bisschen, also dass man – Was ich nicht mitmache, ist
dieses allgemeine Bashing – ihr seid alles Coronaleugner und ihr seid ja schon
halbe Nazis. Ich glaube mit so’ner Haltung stärkt man am Ende nur die
Rechten. Und das will ich nicht.”

Andrej Hunko, stellv. Fraktionsvors. der Linken im Bundestag vom 18.11.2020
Verabschiedung des Infektionsschutzgesetzes
(Und wir auch nicht. Wir wagen zu sagen, dass es sich als der historischer Fehler der gesellschaftlichen Linken herausstellen wird, dass sie der Rechten die Kritik an den Coronamaßnahmen der Regierung fast vollständig überlassen hat.)
Wenn wir hier unsere Entgegnung mit der Überschrift “Ein Geschmack von
Inquisition” versehen, erweisen wir dir und deinen derzeitigen Mitstreiter vermutlich zu viel Ehre. Bis jetzt fehlt euch die Macht dazu. Und das soll auch so bleiben.

P.S. Durch die Denunziation des Akademie-Projekts von Haller Linken hat Wolf ohne das zuprüfen abgesagt – vermutlich nicht aus Feigheit, aber auf Grund falscher IM-Daten, Bewertungen und Diffamierungen. Nähere Fakten hans.a.graef@t-online.de
Die ausführliche Entgegnung von Siber gern auf Nachfrage oder auf www.facebook.com/akademieweltmarktverlierer

JAHRESTAGUNG 2020 auf einen Blick

27.1. (Mo) 19.30 Brenzhaus, ATTAC Schwäb. Hall und Evangelisches Kreisbildungswerk
Die neuen HERAUSFORDERUNGEN TRANSNATIONALER SOLIDARITÄT am BEISPIEL BASF.
Es geht um Konzernmacht und Menschenrechte
SIMONE KNAPP von der KASA, Kirchliche Arbeitsstelle Südliches Afrika in Heidelberg www.kasa.de
Wie ist es möglich, dass die Menschen, die eines der wertvollsten Metalle der Welt für ein deutsches Vorzeigeunternehmen abbauen, in Slums leben? Am Beispiel der Platinlieferkette zwischen dem deutschen Chemiekonzern BASF und dem britisch-südafrikanischen Platinproduzenten Lonmin erörtert Simone Knapp koloniale Kontinuitäten im Rohstoffhandel.
Es geht um die direkte Verbindung des Massakers von Marikana nach Europa, um Entwicklungspolitik, um Steuervermeidung, Lobbyismus und Unternehmensverantwortung.

28. 1. (Di) 19.30 Haus der Bildung Volkshochschule Raum S 04,
DIE FINANZWIRTSCHAFT AN DIE KETTE LEGEN
Dr. GERHARD SCHICK, Vorstand der “Initiative Finanzwende”, Ex-MdB
Die Weltwirtschaftskrise 2008 hat es verdeutlicht. Unregulierte Finanzwirtschaft gefährdet den Wohlstand!
Und bringt den Staat um Milliarden Steuereinnahmen, siehe Cum-Cum- und Cum.Ex-Geschäfte.
Eine unrühmliche Rolle spielte hier eine Beraterfirma – KPMG, auch auf Dörings Gipfel vertreten. „Willfährige Wirtschaftsprüfer sind Erfüllungsgehilfen der Firmen“ titelte die Süddeutsche Zeitung dazu.
Dr. Gerhard Schick ist Volkswirt, ehemaliges Mitglied des Bundestages (Finanzpolit. Sprecher Grüne Fraktion) www.finanzwende.de

29.1. (Mi) 19.30 Theatersaal im Alten Schlachthaus
DIE KUNST DEN KAPITALISMUS ZU VERÄNDERN
WOLFGANG KESSLER (ehem. Publik Chefredakteur)
Megakonzerne und Großinvestoren erobern Innenstädte, Krankenhäuser, Pflegeheime, Ackerland und unsere Daten. Für hohe Renditen werden Rohstoffe ausgebeutet, Regenwälder abgeholzt und die Meere vermüllt. Der rasende Kapitalismus bedroht Mensch, Demokratie, Natur und Klima. Wirtschaft und Konsum müssen grundlegend anders werden.

Das erfordert die Kunst, das Wirtschaftssystem tiefgreifend zu verändern – ohne dass es in eine Krise abstürzt. www.publik-forum.de
Wolfgang Kessler zeigt, wie dies gehen kann. Und was wir dafür tun können.
, »Ein beeindruckendes Feuerwerk von Alternativen, das nur eine Schlussfolgerung zulässt: Alles ist zum Besseren veränderbar.”( Friedhelm Hengstbach)

31.1. (Fr) 20.00 Kino im Schafstall, Clubalpha60
DER MARKTGERECHTE MENSCH
Ein Film “von unten” von Leslie Franke und Herdolor Lorenz

Europa ist im Umbruch.
Seit dem neuen Jahrtausend und zuletzt nach der Finanzkrise wurden neue Weichen gestellt. Die soziale Marktwirtschaft, gesellschaftliche Solidarsysteme, über Jahrzehnte erstritten, werden infrage gestellt.
Vor 20 Jahren waren in Deutschland knapp zwei Drittel der Beschäftigten in einem Vollzeitjob mit Sozialversicherungspflicht. 38% sind es nur noch heute. Aktuell arbeitet bereits knapp die Hälfte der Beschäftigten in Unsicherheit! Sie befinden sich in Praktika, wiederholt befristeter Arbeit, in Werkverträgen und Leiharbeit.
Wie konnte es zu dieser Entwicklung kommen? Arbeitskämpfe haben seit der Industrialisierung Standards des Arbeitsrechts erstreikt, die für die soziale Marktwirtschaft grundlegend waren. Und mit einer Senkung der Unternehmenssteuern und der Deregulierung des Arbeitsmarktes schaffte Berlin es seit 2003, deutschen Konzernen nachhaltig Kostenvorteile zu verschaffen. Die Realeinkommen sanken allerdings infolge dessen zwischen den Jahren 2000 und 2010 im Mittel um bis zu 23,1 Prozent. Es gibt 14 Mio arme Menschen im reichen Deutschland – 16%!
Nach dem Film Gespräch mit den Fimmachern !. www.marketable-people.org

Im Januar laden wir anlässlich des Gipfeltreffens der elitären Weltmarktführer zu Veranstaltungsreihen der 2017 gegründeten Akademie der Weltmarkt-Verlierer ein: Die Aufklärung über die Schattenseiten und Abgründe der Globalisierung als aktuelle Form des kapitalistischen Kolonialismus ist unser Ziel.

Zu viele Weltmarktverlierer produziert die neoliberale postkoloniale Weltwirtschaft, was von der wohlhabenden Wirtschaftselite komplett verdrängt wird. Sie sonnt sich wie die Sonnenkönige des Absolutismus auf Gipfeltreffen in ihren Erfolgen – die Folgen der verantwortungslosen Ökonomie werden ausgeblendet.

Gerade durch das hemmungslose Wirtschaftswachstum wird das Klima zerstört, werden die Meere versucht, die Regenwälder abgeholzt und Kleinbauern ihrer Existenzgrundlage beraubt. Kriegs- und Klimaflüchtlinge klopfen an die Türen der reichen Länder, die selbst gespaltene Klassengesellschaften sind.

Jahrestagung ATTAC-Projekt Akademie der Weltmarktverlierer 2020

ATTAC Schwäbisch Hall lädt ein zum Projekt
Akademie der Weltmarktverlierer 2020 – Programm der 4.Jahrestagung www.attac.de www.weltmarktverlierer-akademie.de
Die neoliberale Akademie der Weltmarktführer wird zum 10. Mal ein Gipfeltreffen der kapitalistischen Elite in Schwäbisch Hall durchführen, wo ein Loblied auf Globalisierung und Wirtschaftswachstum gesungen wird. Die Schattenseiten des Welthungers, der Rohstoffkriege, des Elends, des diskriminierenden Freihandels und der Klimakatastrophe werden komplett ausgeklammert. Dem positivistischen Weltbild dieser Lobbyorganisation der Weltmarktführer setzen wir unsere kritische wissenschaftliche Aufklärung entgegen und geben als Teil der privilegierten Gesellschaft den Opfern der strukturellen Gewalt global und bei uns eine Stimme. Unsere ATTAC-Parole lautet: Eine andere, solidarische und klimafreundliche Welt ist möglich!
Die Aufklärung über die Schattenseiten und Abgründe der Globalisierung als aktuelle Form des kapitalistischen Kolonialismus ist unser Ziel. Diese Globalisierung erzeugt strukturelle Gewalt, Terror, Kriege – eine andere Globalisierung ist nötig! Die Wirtschafts- und Politikelite wird ihrer sozialen und ökologischen Verantwortung in keiner Weise gerecht. Konzerne bemächtigen sich der Staaten, wie man es nicht nur in den USA beobachten kann. Demokratien werden durch Lobbys ausgehöhlt und manipuliert.
Unterstützer: ATTAC, Weltladen Schwäbisch Hall, Brot für die Welt, Evang. Kreisbildungswerk, VHS SHA, Clubalpha60, GEW, IGM, VerDi, Umweltzentrum, Umfairteilen Schwäbisch Hall u.a.