21.10. 19.30 Haus der Bildung SHA, MUsiksaal
Prof. Dr. Klaus Dörre - Renommierter Wirtschaftssoziologie in Schwäbisch Hall

Neosozialismus statt Neoliberalismus. Gesellschaftliche Transformation in den Zeiten von Covid-19 und ökonomisch-ökologischer Zangenkrise

21.10. 19.30 Haus der Bildung SHA, MUsiksaal Prof. Dr. Klaus Dörre - Renommierter Wirtschaftssoziologie in Schwäbisch Hall Neosozialismus statt Neoliberalismus. Gesellschaftliche Transformation in den Zeiten von Covid-19 und ökonomisch-ökologischer Zangenkrise

Neosozialismus statt Neoliberalismus. Gesellschaftliche Transformation in den Zeiten von Covid-19 und ökonomisch-ökologischer Zangenkrise

Solidarität, Demokratie und Ökologie vs. Kapitalismus:

“Vieles spricht dafür, dass wir Zeugen eines gesellschaftlichen Wandels sind, der sich als »Große Transformation« bezeichnen lässt. Diese Transformation besitzt offenbar keine historischen Vorbilder, und sie ist zukunftsoffen. An den jeweiligen Polen stehen sich autoritäre, rückwärtsgewandte bzw. liberale, multikulturelle Optionen gegenüber.”

Welche Richtung dieser Wandel einschlägt, hängt maßgeblich von sozialen Konflikten und politischen Entscheidungen ab.
 Kann, soll und darf sich eine sozial-ökologische Transformation noch innerhalb kapitalistischer Bahnen bewegen?
 Oder müssen neue Wege jenseits des Kapitalismus beschritten werden, um die Zerstörung unserer ökologischen und sozialen Lebensgrundlagen aufzuhalten?

Klaus Dörre ist seit 2005 Professor für Arbeits-, Industrie- und Wirtschaftssoziologie an der FSU Jena.

Gemeinsam mit Brigitte Aulenbacher, Universität Linz, gibt er den Global Dialogue heraus. Diese Zeitschrift der International Sociological Association (ISA) erscheint in 17 Sprachen, darunter in zwei chinesischen Dialekten.

Zu den persönlichen Höhepunkten zählt ein Vortrag in einem Fußballstadion der argentinischen Hauptstadt, wo er 7.000 Teilnehmenden Thesen des Kollegs präsentierte.

2019 hielt Dörre die Poulantzas-Lecture in Athen – eine besondere Auszeichnung für Persönlichkeiten im Feld kritischer Theorie.

Veranstalter: VHS, Umfairteilen, Attac, VerDi, IGM, Club alpha, Akademie Weltmarktverlierer

Akademietagung 2020 beginnt am 27.1.

27.1. (Mo) 19.30 Brenzhaus (ATTAC Schwäb. Hall und Evangelisches Kreisbildungswerk)
Zum Beispiel BASF. Über Konzernmacht und Menschenrechte mit Simone Knapp, Mitautorin des gleichnamigen Buches (2018) von der Kirchlichen Arbeitsstelle Südliches Afrika
Wie ist es möglich, dass die Menschen, die eines der wertvollsten Metalle der Welt für ein deutsches Vorzeigeunternehmen abbauen, in Slums leben? Am Beispiel der Platinlieferkette zwischen dem deutschen Chemiekonzern BASF und dem britisch-südafrikanischen Platinproduzenten Lonmin erörtert dieser Sammelband koloniale Kontinuitäten im Rohstoffhandel und versammelt Stimmen von ArbeiterInnen, AktivistInnen und WissenschaftlerInnen. Es geht um die direkte Verbindung des Massakers von Marikana nach Europa, um globale Lieferketten und deren Gestaltung durch Handelsabkommen und Entwicklungspolitik, um Steuervermeidung, Lobbyismus und Unternehmensverantwortung, um dringend notwendige rechtliche Regulierungen und postkoloniale Verantwortungskonzepte – und um die neuen Herausforderungen transnationaler Solidarität.
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Finanzwende

28.1. (Di) 19.30 Haus der Bildung oder Brenzhaus
Finanzwende: Für eine Finanzwirtschaft, die der Gesellschaft dient, nicht ihr schadet mit Dr. Gerhard Schick, Vorstand.
Er ist promovierter Volkswirt, ehemaliges Mitglied des Bundestages (Finanzpolit. Sprecher Grüne Fraktion), Mit-Initiator des Vereins und dessen geschäftsführender Vorstand. Bekannt wurde er in den Medien durch seine Aufklärung der sog. Cum-Cum- und Cum.Ex-Geschäfte, bei der europäische Staaten durch Geschäfte der Finanzwirtschaft um 55 Mrd. Euro betrogen wurden – einer der größten Steuerbetrüge der letzten Jahrzehnte.
Gemeinsam für die Finanzwende!
Über Jahrzehnte hat sich die Finanzindustrie immer mehr Einfluss erkauft. Gleichzeitig weichen ihre kurzfristigen Profitinteressen zunehmend von gesamtgesellschaftlichen Zielen ab. Um dieser Entwicklung entgegenzutreten, rufen wir dazu auf, eine Finanzwende einzuleiten. Werden Sie Teil der Finanzwende: Tragen Sie sich in den Newsletter ein, werden Sie Fördermitglied oder unterstützen Sie unsere Kampagnen. Nur wenn wir viele sind, werden wir unsere gemeinsamen Ziele erreichen! www.finanzwende.de
SZ: Prominenter Grüner verlässt Bundestag – und gründet Bürgerbewegung Gerhard Schick verlässt den Bundestag – und gründet “Finanzwende”. (Foto: Rainer Jensen/dpa) Der Grünen-Finanzmarktexperte Gerhard Schick verlässt den Bundestag und gründet den Verein Finanzwende. Das prominent besetzte Bündnis will sich für eine schärfere Regulierung der Finanzmärkte stark machen. Los gehen soll es am 15. September, genau zehn Jahre nach der Pleite von Lehman Brothers.
Von Caspar Dohmen, Berlin, SZ 12.9.19 Als Abgeordneter im Bundestag schaut der Grünen-Finanzpolitiker Gerhard Schick bisweilen etwas neidisch auf Kollegen, die für andere Themen wie Energie oder Ernährung zuständig sind. Der Grund: Bei ihrer politischen Arbeit könnten sie schließlich auf viele Experten zurückgreifen und nicht nur auf die Interessenvertreter aus der Wirtschaft. “Beim Thema Finanzen gibt es eine große Lücke, da fehlt in Deutschland eine notwendige Gegenmacht zur Wirtschaftslobby”, sagt Schick. Er will das ändern und hat sich deswegen zu einem ungewöhnlichen Schritt entschlossen. Der 46-Jährige hat die Gründung der Bürgerbewegung Finanzwende e.V. initiiert und wird deren Alleinvorstand. Die gemeinnützige Organisation startet am 15. September, genau zehn Jahre nachdem mit der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers die Finanzkrise begann. Schicks politische Biografie ist eng mit der Lehman-Pleite verbunden: Damals wurde er zum finanzpolitischen Sprecher seiner Fraktion gewählt.
Schick will sein Mandat für den Bundestag niederlegen – ein schwerer Schlag für die Grünen

Ende 2018 hat Schick sein Bundestagsmandat niedegerlegt – ein schwerer Schlag für seine Fraktion. Schick wurde gerne als Redner eingeladen, häufig als Experte in den Medien zitiert, immer unter der Flagge der Gründeünftig will er für seine Bürgerbewegung sprechen, und es wird genügend Anlässe vergeben: Das Finanzsystem sei “weder nachhaltig, noch stabil und die nächste Finanzkrise programmiert”. Leider fehle die für politische Veränderungen notwendige gesellschaftliche Unterstützung, seitdem die Bankenpleiten von den Titelseiten verschwunden und nur noch in Fachmedien Thema seien.
Bankenaufsicht Bankenaufsicht warnt vor laxeren Regeln
Wird die strenge Bankenregulierung just zehn Jahre nach der Lehman-Pleite gelockert? Europas Bankenaufseherin Danièle Nouy klagt, dass die Institute wieder stärker Gehör in der Politik finden. Von Meike Schreiber und Markus Zydra
Noch immer würden Banken mit Steuergeld gerettet, existierten komplexe Produkte, seien Schuldenkrisen, Betrug und Steuertricks an den Finanzmärkten an der Tagesordnung. Im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD finde sich “nichts zur Regulierung der Finanzmärkte”, kritisiert Schick. Selbst bestehende Regeln seien gefährdet. Gerade erst hat die Chefin der EZB-Bankenaufsicht, Danièle Nouy, vor einer wachsenden Deregulierungsstimmung für Banken gewarnt.

Ansprechen will die Bürgerbewegung alle Bürger, “die seit Ausbruch der Finanzkrise spüren, dass das Kräfteverhältnis in unserer Gesellschaft nicht stimmt, solange die Finanzbranche solch massiven Einfluss hat”, sowie Geschädigte, etwa Opfer von Betrugsskandalen. Vorbilder sind Organisationen wie Foodwatch, Lobbycontrol oder die Deutsche Umwelthilfe. Man wolle sich für “grundlegende systemische Änderungen im Finanzsystem” einsetzen, heißt es im Konzept der Organisation. Es sei ein Irrtum zu glauben, dass die Finanzkrise vorbei sei, sie suche sich nur gerade ihre nächsten Opfer.
Auf der Agenda stehen unter anderem eine umfassende Finanztransaktionssteuer auf alle Finanzmarktgeschäfte, einschließlich des Handels mit hochriskanten Derivaten, eine Finanzberatung von Kunden durch unabhängige Berater, die ähnlich wie Anwälte und Steuerberater ausschließlich dem Wohl ihrer Mandanten verpflichtet sind, die Einführung eines Lobbyregisters sowie die Eindämmung der Schulden durch wesentlich höhere Eigenkapitalanforderungen von zehn Prozent für Banken bei der Kreditvergabe. “Der Name ist Programm”, sagt Mitglied Tadzio Müller, Klimaexperte bei der den Linken nahestehenden Rosa-Luxemburg-Stiftung. Die Bürgerbewegung Finanzwende solle die Bildung einer sozialen Bewegung für eine Umgestaltung des Finanzsystems ermöglichen. Nur dann gebe es eine echte Chance für eine breite Debatte in der Gesellschaft, die wiederum Voraussetzung für einen Wandel sei.
Schon lange hält Schick die Gründung einer kampagnenfähigen Gegenmacht für den Finanzbereich in Deutschland für notwendig. Ursprünglich wollte er das Konzept der EU-Parlamentarier kopieren, die nach der Finanzkrise die Nichtregierungsorganisation Finance-Watch gegründet hatten, ohne selbst dabei mitzumachen. Mit der Zeit gewann Schick aber die Überzeugung, sich selbst in die Sache einbringen zu müssen, um ein solches Projekt in Deutschland verwirklichen und genügend kompetente Unterstützer finden zu können. “Von der Kompetenz hängt am Ende unsere Wirksamkeit ab”, sagt Schick. Nur dann könne man der Finanzindustrie mit ihrer Vielzahl von Lobbyisten Paroli bieten und zugleich breite Teile der Bevölkerung für eine Finanzwende gewinnen.
Die Liste der Unterstützer ist prominent besetzt
Inzwischen gibt es einige kompetente Mitstreiter, sowohl im Aufsichtsrat als auch unter den Mitgliedern. Dazu zählen Wissenschaftler wie Martin Hellwig (ehemaliger Direktor des Max-Planck-Instituts für Gemeingüter), Peter Bofinger (Mitglied des Sachverständigenrats) und Rainer Lenz (Vorstand Finance-Watch), Vertreter der Zivilgesellschaft wie Christoph Bautz (Vorstandschef von Campact), Antje Schneeweiß (Südwind Institut) oder Peter Eigen (Gründer von Transparency International) und Verbraucherschützer wie Axel Kleinlein (Bund der Versicherten). Sprecher des Aufsichtsrates wird Udo Philipp, ein ehemaliger Private Equity Manager. Bei dem überparteilichen Zusammenschluss sind unter anderem Norbert Blüm (CDU), Gesine Schwan (SPD) und Axel Troost (Linke) dabei – ebenso der DGB.
Unterstützung kommt auch von Heinrich Bedford-Strohm, dem Landeschef der Evangelischen Kirche in Deutschland, und dem früheren Bundesinnenminister Gerhart Baum (FDP): “Profit ohne Wertschöpfung – das charakterisiert die Finanzmärkte heute viel zu oft. Es treibt unsere Gesellschaft auseinander statt eine nachhaltige Entwicklung zu unterstützen.” Die Schaffung eines Gegengewichts zur Finanzindustrie trage “hoffentlich dazu bei, dass die gesellschaftlichen Interessen in der Finanzmarktpolitik stärker berücksichtigt werden”, sagt Isabel Schnabel, Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, aber selbst kein Mitglied der Bürgerbewegung Finanzwende.
Die Finanzierung des gemeinnützigen Vereins, der Teil des internationalen Finance-Watch-Netzwerkes wird, ist für drei Jahre gewährleistet und wird vor allem von der Schöpflin Stiftung, der Stiftung Finanzwende, der Hans-Böckler-Stiftung und der European Climate Foundation getragen. “Ob die Idee fliegt, hängt aber am Ende des Tages von der Bereitschaft von Bürgern ab, sich für eine Finanzwende zu engagieren”, sagt Schick.

Eckart Seith hat entscheidend zur Aufklärung des Milliardenraubs CumEx beigetragen und steht dafür in der Schweiz vor Gericht. Er deckte im Rahmen seiner anwaltlichen Tätigkeit Struktur, Funktionsweise und Hintermänner hinter dem betrügerischen Geschäftsmodel auf und leitete diese an die zuständigen deutschen Behörden weiter. Anstatt gegen das Agieren der beteiligten Bank Sarasin vorzugehen, erhebt die Staatsanwaltschaft Zürich Anklage gegen Seith. Ihm drohen bis zu 3,5 Jahre Haft. Seith hat wesentlich dazu beigetragen, die kriminellen CumEx-Akteure zur Verantwortung zu ziehen und damit Vertrauen in den Rechtsstaat wiederherzustellen. Jetzt sollten wir ihn nicht hängenlassen, wenn diese Akteure mit Hilfe der Schweizer Justiz zurückschlagen. Deshalb: Das Bundesverdienstkreuz für Eckart Seith als klares Zeichen, dass die ehrlichen Menschen hinter ihm stehen!

Die KUNST den KAPITALISMUS zu VERÄNDERN

29.1. (Mi) 19.30 Theatersaal, ATTAC Schwäbisch Hall und Brot für die Welt
Wolfgang Kessler (ehem. Publik Chefredakteur)
Die Kunst, den Kapitalismus zu verändern Eine Streitschrift (gerade erschienen)
Megakonzerne und Großinvestoren erobern Innenstädte, Krankenhäuser, Pflegeheime, Ackerland und unsere Daten. Für hohe Renditen werden Rohstoffe ausgebeutet, Regenwälder abgeholzt und die Meere vermüllt. Der rasende Kapitalismus bedroht Mensch, Demokratie, Natur und Klima. Wirtschaft und Konsum müssen grundlegend anders werden. Das erfordert die Kunst, das Wirtschaftssystem tiefgreifend zu verändern – ohne dass es in eine Krise abstürzt. Wolfgang Kessler zeigt, wie dies gehen kann. Und was wir dafür tun können.

»Ein Buch für alle, die in diesem Land etwas verändern wollen.« Stephan Hebel, Journalist »Sagenhaft aufrüttelnd«. Friedhelm Hengsbach SJ
»Ein beeindruckendes Feuerwerk von Alternativen, das nur eine Schlussfolgerung zulässt: Alles ist tatsächlich zum Besseren veränderbar. «Christian Felber, Publizist